Wie du zwei hochwertige Blogposts pro Woche veröffentlichst – auch wenn du dafür keine Zeit hast

19 Jun Wie du zwei hochwertige Blogposts pro Woche veröffentlichst – auch wenn du dafür keine Zeit hast

Eine neuer Beitrag in der Kolumne „Land in Sicht“ – heute von Content Kapitän Moritz.

Blogs sind ein mächtiges Instrument für Unternehmen: Sie stellen das Unternehmen viel authentischer und glaubwürdiger da als das klassische Werbung je tun könnte. Das funktioniert natürlich nur, wenn der Blog lebt: Ein gepflegter Wald voller interessanter Beiträge lädt zum Verweilen ein. Eine gähnende Wüste mit einem Post alle paar Monate macht tiefergehende Kommunikation mit der Zielgruppe schwierig. Über die genaue Trennlinie zwischen gepflegtem Blog-Wald und öder Post-Wüste gibt es verschiedene Meinungen. Ich persönlich halte mich an eine Faustregel vom Sport: Wenn du langfristig vorankommen willst, ist zwei Mal pro Woche das Minimum.

Zwei Artikel pro Woche sind aber eine hohe Vorgabe – besonders für eine kleine Mannschaft wie der unseren. Dazu kommt noch, dass die Beiträge hohen Qualitätsansprüchen genügen sollen. Und Qualität dauert! Egal, ob man diese jetzt an einer spannenden Grafik festmacht oder an einer gewissen Textlänge. Was kannst du tun, wenn die Zeit fehlt, um die eigenen Vorgaben zu erfüllen? Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Ich stelle dir vier Möglichkeiten vor, wie du an Blogpost kommst:

1. Persönliche Texter

Christian Häfner hat auf LetsSeeWhatWorks.com eine hitzige Diskussion angefacht. Er behauptete, dass er mit einer Stunde Aufwand einen Blog-Artikel mit über 1.500 Wörtern hinbekommt. Und die sind noch ziemlich gut, finde ich jedenfalls. Wie ist das möglich? Tippt er mehr als 25 Wörter pro Minute, und überlegt sich nebenbei noch die Struktur, und recherchiert, etc? Das geht wohl nicht.

Sein Trick ist, dass er den Großteil der Arbeit auslagert. Christian skizziert nur kurz Idee und Struktur und übernimmt am Ende den Feinschliff, über den er am Ende die persönliche Note einbringt. Den Rest realisieren Texter, denen er pro Beitrag eine Pauschale bezahlt. In den Kommentaren wurde kritisiert, dass nun nicht mehr er persönlich bloggt, sondern sein Team, und der Artikel am Ende nur mit seinem Namen etikettiert wird. Auf alle Fälle ein interessanter Ansatz!

Vorteile: Gleichbleibende Qualität durch einen etablierten Prozess; wenig Aufwand für den „offiziellen“ Blogger
Nachteile: Aufwand zu Beginn, um diesen Prozess zu etablieren

2. Textbörsen

Textbörsen wie content.de oder Textbroker versprechen günstigen und qualitativ hochwertigen Content zu Niedrigpreisen. Das klingt natürlich vielversprechend: Ich musste es ausprobieren und habe mir bei Textbroker einen Account zugelegt. Textbörsen funtionieren nach dem Prepaid-Prinzip: erst Guthaben aufladen, dann kann es losgehen. Auf unserem Blogbox-Blog will ich gerne der Frage nachgehen, ob eine mobile App für Blogger Sinn ergibt. Dazu habe ich kurz ein Briefing erstellt und die Qualität gewählt (zweithöchste von fünf Stufen).

Für 11,09 € habe ich dann 488 Wörter bekommen. Den ganzen Text inklusive Briefing kannst du hier nachlesen. Um dir ein erstes Gefühl der Qualität zu vermitteln, veröffentliche ich hier Einleitung und Schluss:

Apps sind in aller Munde. Sie sind nicht nur äußerst praktisch, sondern ziehen auch Kunden, Leser oder andere Arten von Zielgruppen an. Aus diesem Grund: Vielleicht ist es ja auch für einen Blogger interessant, eine eigene App zu haben, mit der er sein Projekt vermarkten und sich selbst zu größerer Bekanntheit führen kann. Ob das eine gute Idee ist, liest du im Folgenden:

Fazit: Da der Weg immer weiter von den Desktop-Rechnern und Laptops weg- und zur Smartphone-Nutzung hinführt, ist es durchaus sinnvoll, sich auch als Blogger Gedanken zu machen. Noch gibt es nicht viele, die eine eigene App haben. Vielleicht hast du Lust, Pionierarbeit zu leisten, und deine eigene App in die Tat umzusetzen!

Den Text habe ich entgegen dem ursprünglichen Plan nicht als Blogpost veröffentlicht. Dazu war er mir einfach zu dünn. Sicherlich hätte ich mit einem genaueren Briefing ein besseres Ergebnis erzielt. Doch statt einem perfekten Briefing hätte ich in der dafür benötigten Zeit den Text dann fast schon selbst schreiben können. Andere Tester stimmen mir zu: Textbörsen lohnen sich vor allem dann, wenn man viele ähnliche Texte benötigt und das Briefing zu großen Teilen mehrfach verwenden kann (zum Beispiel bei Produkbeschreibungen).

Vorteile: enorm günstig, zuverlässige Abwicklung
Nachteile: aufwendiges Briefing, Qualität unsicher

3. Gastblogger

Gastblogger bereichern die eigene Seite enorm. Im Gegensatz zu persönlichen Textern oder den von Textbörsen vermittelten Autoren stehen Blogger mit ihrem Namen für ihre Beiträge. Durch die andere Perspektive und den anderen Stil wird der Blog vielfältiger und interessanter. Bei unserer „Land in Sicht“-Kolumne lassen wir Experten zu Wort kommen, die aus ihren eigenen Erfahrungen Social-Media-Tipps geben. Ein weiterer Vorteil von Gastbloggern: Meistens teilen sie die Artikel mit ihrem eigenen Netzwerk und lotsen ihre Fans auf die Seite.

Anonyme Texter verlangen für ihre Artikel einen mehr oder weniger standardisierte Geldbetrag. Bei Bloggern gibt es da mehr Spielraum: Wie sehr profitieren sie selbst von der Reichweite deiner Seite? Wie sehr kennt und mag man sich? Kannst du im Gegenzug etwas anbieten, die ihnen weiterhilft?

Vorteile: Belebt den Blog, bringt Reichweite
Nachteile: Keine standardisierten Formen der Zusammenarbeit, für unbekannte und wenig vernetzte Unternehmen schwierig

4. Partner-Netzwerk

Jedes Unternehmen hat ein Netzwerk von Geschäftspartnern. Immer mehr Firmen entdecken den großen Mehrwert von Content-Marketing. Das bedeutet, es gibt bereits Geschichten, die zu deinem Thema passen, die nur darauf warten verbreitet zu werden. Recherchiere doch mal auf den Websites der Kooperationspartner, welche Geschichten dort zu finden sind. Und dann einfach nachfragen, ob du Text und Bilder auf deinem Blog nutzen kannst. Bei einer entsprechenden Verlinkung wirst du sicher offene Türen einrennen.

1. Tipp: Es gibt auch Medienhäuser, die einzelne Inhalte als Medienpartner kostenfrei zu Verfügung stellen, um neue Abonnenten zu gewinnen. Ein Beispiel dafür ist das Magazin Weltkunst auf dem Blog kunstherbstmuenchen.de.
2. Tipp: Über den Content Captain kannst du externe Inhalte ganz einfach in deine Website einbinden. Du behältst in einem Dashboard den Überblick über die aktuellen Artikel deines Partner-Netzwerks und kannst sie ganz einfach per Drag&Drop veröffentlichen. Der Content Captain sorgt automatisch dafür, dass die passenden Links gesetzt werden. Jetzt ausprobieren!

Vorteile: Oft sehr hochwertige, zielgruppenrelevante Beiträge, kaum Aufwand, klassische Win-Win-Situation
Nachteile: kein „einmaliger“ Content

Fazit

Selbst wenn du wenig Zeit hast, sind zwei Artikel pro Woche machbar. Du musst ja nicht alles selbst übernehmen. Jede von den vier von mir dargestellten Möglichkeiten hat Vor- und Nachteile. Je nach deiner Vernetzung mit Bloggern und Partnern, dem Budget und der verfügbaren Zeit passt etwas anderes: der persönliche Texter, die Börse, Gastblogger oder das Partner-Netzwerk.

Was sind deine Erfahrungen? Welche Möglichkeiten nutzt du, um beim Bloggen Zeit zu sparen?

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Moritz Orendt

Meine Segelerfahrungen beschränken sich bisher auf ein paar Versuche auf dem Starnberger See und auf eine Woche Ostsee mit 16. Umso mehr freue ich mich, mit dem Content Captain einen echten Kapitän aus der Taufe gehoben zu haben.
8 Comments
  • sascha@meinpodcast.com'
    Sascha
    Posted at 16:52h, 19 Juni Antworten

    Sorry aber dann blogge ich lieber nicht, als dass ich mich in Textbörsen bediene und Ghostwriter beschäftige. Na ja was erwarte ich da auch anderes? Schnellschreibtechniken! Inspirationsmechanismen, die die Gedanken auf Turbo schalten. Das wäre mal ein echter Geheimtipp.

    Wenn ich laufen gehe, dann fallen mir soviele Dinge ein, dass ich glatt 10 Blogartikel daraus bauen könnte. Aber tippen und gestalten muss ich die schon noch selbst.

    Grüße
    Sascha

    • Moritz Orendt
      Posted at 17:40h, 19 Juni Antworten

      Hallo Sascha,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich würde auch keinen Ghostwriter beschäftigen und die Textbörse habe ich einmal ausprobiert und werde es nie wieder tun. Aber manche nutzen diese zwei Möglichkeiten. Deswegen stelle ich die auch dar.

      Da geht es mir wie dir – Themen schwirren mir immer genug im Kopf rum. Die Umsetzung ist die Herausforderung.

      Weiterhin viel Erfolg beim Bloggen und schönes Wochenende!

  • mail@mario-reinwarth.de'
    Mario Reinwarth
    Posted at 22:41h, 19 Juni Antworten

    Ich finde, sowas merken die Leser schnell, wenn Texte ausgelagert werden. Schlechte Qualität, schlechte Besuchszahlen und dementsprechend auch schlechtere Einnahmen.

    Mein Macbook habe ich immer dabei, wenn ich unterwegs bin und gerade längere Zugfahrten nutze ich dann gerne um Content runterzutippen. Was mir besonders hilft ist auch das Chunken. Wenn ich schon mal im Schreibfluss bin, mache ich gleich 3-5 neue Artikel fertig. Gleiches gilt auch für die Vorschaubilder. Für ein Vorschaubild mache ich Gimp nicht mehr auf, sondern bastle gleich die nächsten Bildchen für die kommenden Wochen.

    Liebe Grüße
    Mario von mr-online-marketing.de

    • Moritz Orendt
      Posted at 15:28h, 24 Juni Antworten

      Danke für deinen Kommentar. Wow, drei bis fünf Artikel in einem Schwung, das schaffe ich nicht.

  • kontakt@j-breuer.de'
    Jonas
    Posted at 07:17h, 24 Juni Antworten

    Hey, danke für die Erwähnung. Ja, Textbörsen sind sicherlich nichts für den perösnlichen Blog. Ich finde den Ansatz mit den persönlichen Textern ganz gut, wenn man ein etwas fortgeschrittenes Blog-Business hat. Eine andere Möglichkeit wäre, einen regelmäßigen Mitautor einzustellen, der dann auch unter seinem Namen bloggt.

    • Moritz Orendt
      Posted at 15:26h, 24 Juni Antworten

      Danke für deinen Kommentar! Ein regelmäßiger Mitautor ist sicher auch eine gute Sache!

  • info@RArudnicki.de'
    Michael Rudnicki
    Posted at 15:17h, 24 Juni Antworten

    Hallo Moritz,
    gefällt mir wirklich gut, Dein ‚Artikel. Ich blogge selbst zu Marketing-Zwecken.
    Zwei Artikel pro Woche habe ich auch schon mal geschafft; aber nur für kurze Zeit. Ist schon sehr ambitioniert. Ich gebe Dir aber völlig Recht. Das sollte schon die Schlagzahl sein.
    Das Delegieren habe ich auch schon mal erprobt. Hat aber zu nichts Gutem geführt. Auch insofern teile ich Deine Erfahrung: Wenn ich die Zeit für’s Briefen oder Nachbearbeiten dem Zeitaufwand gegenüberstelle, den ich für 100% selfmade betreibe, wird kein Vorteil erkennbar.
    Im Übrigen ist es ja gerade mein Stil, der für mich bzw. Unternehmen steht. Wäre eigentlich töricht, auf dieses Merkmal zu verzichten.
    Neu ist für mich die Idee, einen Gastautor einzuladen. Schreibst Du bei mir, schreib ich bei Dir. Ich würde das aber offen gestalten; also für den Leser erkennbar machen. Gerade darin könnte ja ein zusätzlicher Reiz liegen. Man könnte ein Netzwerk erkennen lassen, dessen Qualität für mich wirbt. Danke für die Idee! Ich werde ihr mal weiter nachgehen.
    Dir viel Erfolg, gutes Gelingen – und vor allem Spaß daran.
    Michael Rudnicki

    • Moritz Orendt
      Posted at 15:25h, 24 Juni Antworten

      Hallo Michael,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Für mich ist Outsourcen auch nix.
      Ich bin ein großer Fan von Gastautoren! Und auch davon, das offen zu kommunizieren – so haben alle was davon.
      Dir auch viel Erfolg beim Bloggen und bei der Entscheidung Pro/Contra-Gastautor.
      Besten Gruß aus München!

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