7 Gruende für E-mail Marketing in 2016

03 Mrz 7 Gruende für E-mail Marketing in 2016

Kaum etwas im Internet wird so unterschätzt wie die Kraft der E-Mail. Klein, unauffällig und quasi eingebaut in das Betriebssystem des Internet. Eine Feuerrede für die einfachste, direkteste und persönlichste Art, im Internet Geld zu verdienen und warum manche einfach zu blöd sind, ihre Faulheit über Bord zu werfen: E-Mail Marketing

Erst vor wenigen Wochen durfte ich in einer Facebook-Gruppe von Unternehmern einen längeren Fachbeitrag schreiben. Es ging darum, wie man die Fans aus Facebook wieder raus bekommt und mit ihnen Geld verdient. Meine Antwort war: Lade die Fans ein, sich in Deinen Newsletter einzutragen. Kurz: E-Mail Marketing. Vielen war die Antwort scheinbar zu einfach. Ein mittelgroßer Shitstorm brach über mich herein:
– „Das ist mir zu viel Arbeit. Ich weiß gar nicht, was ich noch alles schreiben soll.“
– „Pff, E-Mail. Das interessiert doch heute niemanden mehr. Das hat man in den 90ern gemacht.“
– „Alle sind auf Instagram und Facebook. Da gewinnt man mit einem Newsletter keinen Blumentopf mehr.“

Interessanterweise kamen all diese Statements von Menschen, die keinen Newsletter schreiben (wollen). Die Faulen regierten also die Diskussion und ergingen sich tagelang darin, warum das denn alles Bullshit ist. Interessant. Es war also ein kleinwenig so, als würden sich Blinde darüber beschweren, dass die Farbgestaltung eines Raumes total daneben sei. Wenn Du also eine fixfertige Meinung zum Thema E-Mail Marketing hast, bist Du jetzt fertig mit lesen und hast Zeit gespart.

Falls Du aber wissen willst, warum E-Mail Marketing für Menschen wie Blogger-Papst Seth Godin, Online-Marketer Brian Solis, Launch-König Jeff Walker und hunderttausende Unternehmen funktioniert, dann geht es jetzt erst richtig los.

Ich sage ja gerne, ich lebe davon, dass ich Newsletter an potenziell interessierte Menschen verschicken kann. So ist es auch. Viele Unternehmen sind aber noch so im Karteikarten-Zeitalter verhaftet, dass es einfach ein Graus ist.

Hier könnten viele gleich mal beginnen mit der Digitalisierung und einen mutigen Schritt in die „Wirtschaft 4.0“ machen. Und direkt nach der Entscheidung eine Suchmaschinen-Abfrage nach „E-Mail Marketing Software“ starten. Denn wer seine Newsletter immer noch über Outlook & Co verschickt, steht heute quasi chancenlos da. Responsive Design, Auswertungen von Klicks und die Einwilligungs-Erklärung, machen die Entscheidung für ein richtiges Tool schon fast verpflichtend. Dann sind selbst Einsteiger sofort in der gleichen Liga wie Profis und können definitiv ein entspannteres Business-Leben führen.

1. Ja, ich will!

Eine der feinsten Sachen an E-Mailmarketing ist, dass alle freiwillig dabei sind. Jede Person, die sich einträgt in einen Newsletter hat ganz klar, laut und deutlich gesagt: Ja, ich will diesen Newsletter mit allem was dazu gehört! Diese Freiwilligkeit steht übrigens in § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG sogar festgeschrieben. All diese Menschen im Newsletter wollen die Inhalte und man braucht sich nicht zu denken: „Hui, jetzt weiß ich nicht, was ich schreiben soll. Vielleicht ist denen all das auch zu viel was ich schreibe. Dann glauben alle, ich spamme hier rum.“ Nein. Diese Menschen haben ja, gesagt und wollen Deine E-Mails. Wirklich!

2. Mein Schatz!

Wer eine eigene Datenbank mit interessierten Kontakten hat, hält einen unglaublichen Schatz in Händen. Oft realisieren Unternehmen das aber erst, wenn diese Datenbank schon seit einem dreiviertel Jahr nicht mehr gepflegt wurde. Dann sinkt der Wert des Schatzes. Erheblich. Eine E-Mail Marketing-Liste, die mit professionellen Mitteln (und das hat jetzt nichts mit Geld zu tun) betrieben wird, pflegt sich quasi von selbst. Jedes Mal, wenn man irgendetwas mit über 85% Wahrscheinlichkeit an sehr relevante Menschen wie die Abonnenten verschicken möchte, macht man das einfach per E-Mail. Davon träumen alle Facebook Seiten-Admins. Sie erreichen im Schnitt gerade mal 16% aller Fans. Und das ist schon hoch gegriffen. Für den Rest muss man auf Facebook extra Geld für Werbeanzeigen rechnen. Bei E-Mail Marketing nicht. Das mag auch das Bankkonto.

3.Regelmäßige Infos versenden

Bleiben wir gleich in der Facebook-Welt. Wer dort täglich News auf seiner Unternehmensseite einstellt, tut das nach dem Prinzip Hoffnung. Hoffentlich sieht es jemand um die Uhrzeit. Und hoffentlich interagiert auch jemand damit, sonst wird es nicht mehr so lang gesehen. Wer bei E-Mail Marketing regelmäßig Infos versendet, kann sich sicher sein, dass diese auch gelesen werden. Zudem braucht es auch nicht die Schlagzahl von Facebook-Neuigkeiten: Wöchentliche oder monatliche Newsletter sind ausreichend. Die Bindung zu den Abonnenten bleibt damit stabil.

4. Crosspromotions fahren

Ich habe vergessen, wie oft ich gefragt wurde, wie man am Besten Facebook-Fans aufbauen kann. Oder wie man am Besten ein Buch verkaufen kann. Oder ein App-Abo unter die Leute bringt. Bevor ich an kostenintensive Werbeschaltungen denke, denke ich immer an E-Mail Marketing. Denn hier kann man mit einer Crosspromotion-Mail an die Abonnenten schon wirklich etwas bewirken. Abonnenten haben nämlich eine höhere Bindung an das Unternehmen und das steigert wieder die Wahrscheinlichkeit auf einen Klick, einen Kauf oder einen Download immens. Das kann man übrigens auch für Partner- und Affiliate-Produkte verwenden und damit die Abverkäufe verbessern.

5.Kurzfristige News & Schnellschüsse

Aber nicht nur bei Crosspromotions kann das genutzt werden. Wenn eine Seite für eine Wartung abgeschaltet werden muss, ein Hangout später startet oder sich andere schnelle News ergeben, sollte das eine kleine E-Mail an den Verteiler wert sein. Aber auch für sehr kurzfristig geplante Veranstaltungen ist es sehr effektiv: Vor wenigen Tagen erst durfte ich wieder einmal sehen, wie genial spontane E-Mail-Marketing Aktionen mit Facebook Werbeanzeigen zusammen spielen können. Es ging darum ein kurzfristiges Webinar anzukündigen. 32,5% aller Anmeldungen kamen über die E-Mails. Für null Euro, möchte ich anmerken.

6. Feine Auswertungen

Der für mich schönste Teil ist immer nach dem Versenden einer E-Mail Kampagne: Danach gibt es nämlich feine Auswertungen. Es lässt sich ganz genau feststellen, wie oft auf welchen Link geklickt wurde. In welchem E-Mail Programm die Personen die E-Mails geöffnet haben. Wie oft diese die E-Mail geöffnet haben. Ob der Newsletter weitergeschickt wurde. Und noch vieles mehr. All das kann ich dazu verwenden, um die nächsten E-Mails noch besser zu gestalten und zu optimieren. Zudem ersetzt es die Bauchauskunft von „Ich glaube schon, dass die Leute das lesen“, die ich oft in Unternehmen vorfinde.

7. Es ist aus.

Der deutsche Gesetzgeber sagt, dass es Pflicht ist, einen Abmelde-Link in jeder E-Mail zur Verfügung zu stellen. Ich danke jeden Tag für diese Vorschrift! Denn dank Paragraph § 7 Abs. 2 Nr. 4c UWG kann sich die Liste selbst pflegen: Wer keine Lust mehr auf den Newsletter hat, findet in jeder E-Mail den Abmelde-Link, der von der Profi-Software automatisch erzeugt wird. Ein Klick und die Person ist raus aus der Liste. Trennung komplett ohne Schmerz. Diesen Abmeldungen trauere ich auch nicht hinterher.

Ich gehe sogar so weit und schicke jedes halbe Jahr eine E-Mail an Kontakte, die schon in den letzten Monaten die Mails nicht geöffnet haben. Darin bitte ich sie dann, sich abzumelden, über einen sehr prominenten Button. Lieber meldet sich jemand aus der Liste ab, als ich spamme jemanden zu. So steigt die Qualität der Liste und beim nächsten Versand sind wieder mehr aktive Leser_innen dabei.

So, jetzt hast Du es geschafft durch meine 7 Gründe, für’s E-Mail Marketing. Wenn ich Dich bis hierher noch nicht überzeugen konnte, werde ich es wohl nicht mehr schaffen. Dann musst Du wohl weiterhin mit E-Mail Programmen im BCC Feld Adressen einfriemeln.

Alle anderen können sich dann ja entspannt zurücklehnen und auf die Arbeit konzentrieren. In meinen Newsletter haben sich in den letzten Monaten 160 neue Abonnenten eingetragen. Ohne, dass ich große Aktionen gemacht habe. Alle paar Tage verschicke ich dann eine Nachricht wie unter Punkt 3. Manchmal eine Nachricht, wie unter Punkt 5. Und dann läuft der Verkauf dank Autoresponder auch viel einfacher. Aber das, ist eine andere Geschichte.

Herzlichst,
Sandra

Sandra Staub

Ich bin Sandra Staub. Ex-Journalistin, Marketing-Ausbrecherin, Bloggerin, Autorin ('Facebook für Frauen') und freie Social Media Beraterin mit Frauen-Fokus. Bei mir wird erst strategisch überlegt und dann auch umgesetzt.
2 Comments
  • gf@kommboutique.com'
    Gaby Feile
    Posted at 07:47h, 04 März Antworten

    Liebe Sandra,

    vielen Dank für deine klaren Worte. Ich habe bis zum Schluss gelesen, weil ich auch ein Fan von Newslettern bin. Natürlich ist es viel Arbeit, aber wenn man den Dreh raus hat, ist es machbar. Dein Argument, dass ein Newsletter eher gelesen wird, kann ich nur unterstützen. Selbstverständlich ignorieren auch meine Komm-Post (so heißt mein Newsletter) einige Leute. Das kann oft aus ganz simplen Gründen sein. Und wenn ich ehrlich bin: ich lese auch nicht alle Newsletter, die ich abonniert habe jedes Mal. Manche Themen passen halt gerade nicht.

    Danke auch für deinen Tipp, inaktive Leser zum Abmelden aufzufordern. Das werde ich demnächst mal probieren. Und wer weiß, vielleicht werden einige wieder neugierig und lesen erneut mit.

    Weiter so!

    Viele Grüße
    deine Kommplizin Gaby Feile

    • Sandra Staub
      Posted at 16:27h, 04 März Antworten

      Liebe Gaby,
      Ich freue mich, dass Dich mein Artikel inspirieren konnte. Es geht nicht darum, dass alle Newsletter gelesen werden müssen. Aber alleine, dass er zuverlässig zugestellt wird, ist schon mal cool, finde ich.

      Und ja: Liebe, heißt gehen lassen, hab ich da mal gehört. Auch bei E-Mail Abonnenten 🙂

      Herzlichst,
      Sandra

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