Mitten ins Herz: 10 Tipps für relevanteren Content

Ausguck

22 Apr Mitten ins Herz: 10 Tipps für relevanteren Content

Ein neuer Beitrag in unserer Kolumnenreihe “Land in Sicht!” – Heute von der Facebook-Expertin Sandra Staub.

Wir alle möchten, dass unser Content gelesen wird. Wir wollen unsere Fans von Herzen begeistern. Wir alle wollen Liebe, Likes und Klicks. Aber wie trifft man seine Fans mitten ins Herz und bindet sie langfristig an seinen Blog und seine Facebook Seite? Ein Ausflug auf die hohe See des Content Marketing in Facebook mit 10 Tipps im Gepäck.

Ich habe schon leidenschaftlich gestritten ob Facebook die Reichweite der Seiten-Posts reduziert um mehr Werbeeinnahmen zu machen. Die einen sagen ja, auf jeden Fall. Facebook fährt die Relevanz für Seiten runter und will jetzt fette Gewinne einfahren. Die anderen sagen entschieden nein. Es liegt nur an den immer schlechter werdenden Inhalten und dem immer enger werdenden Gedränge in den Neuigkeiten. Ihr müsst Euch mehr anstrengen und besseren, relevanteren Content produzieren.
Ein Glaubenskrieg.

Egal, auf welcher Seite man steht, die Frage, was denn nun relevanter Content ist, bleibt.

Wer die Fans fragt, bekommt leider oft keine genauen Angaben, musste ich bei meinen Recherchen feststellen. Die einen wollen Anleitungen in Videos, die anderen Anregungen auf Fotos, wieder andere einfach nur Unterhaltung. Aber wenn man es schon nicht allen Fans recht machen kann, dann vielleicht Facebook?

Was ist eigentlich Relevanz für Facebook?

Diese Frage beantwortet Facebook natürlich nicht direkt in allen Facetten. Aber in einem Video aus dem März 2015 gibt es eine wundervolle Erklärung für alle, die wirklich Bock darauf haben. Die wichtigsten Punkte daraus sind:

1. 100 % individuell.

Facebook zeigt jedem Nutzer einen komplett unterschiedlichen Newsfeed an. Wer es einem Fan recht macht, kann einen anderen Fan dadurch verlieren. Es wird also nie eine 100 % Formel geben. Kurz: Prepare to fail and live with it.

2. Vertraute Quellen zuerst!

Wenn ein Inhalt von einer vertrauten Person oder Seite kommt, wird dieser als relevanter eingestuft. Daher ist es wichtig, immer wieder in den Neuigkeiten der Fans zu erscheinen. Das erreicht man am einfachsten mit Kontinuität von täglichen oder wöchentlichen Posts.

3. Die Art des Inhalts zählt.

Facebook achtet sehr genau darauf, dass Fotoliebhaber viele Fotos und Fotoalben sehen und Videoliebhaber mehr Videos. Wer also die ganze Zeit nur Fotos postet, macht die Videofans unglücklich. Wer nur Links postet, bringt die Fotofans zum Verzweifeln. Facebooks Tipp hierzu ist also ein klein wenig wie bei der Ernährung: Es geht um Abwechslung um möglichst viele Fans zu berühren.

4. Aktivität ist Trumpf.

Dieser Punkt scheint so einfach wie logisch: Wenn ich viel mit Seiten zum Thema Psychologie, Liebe und Kinder interagiere, werden mir mehr Inhalte mit diesen Themen angezeigt. Egal ob dieser von Seiten oder Personen kommt. Ganz nach der Devise: Was die Person einmal interessiert, interessiert die Person wieder.
Damit sehen aber auch Fans, die nicht liken, kommentieren, teilen oder klicken die zukünftigen Neuigkeiten nicht mehr so häufig. Manche Seiten sind so regelrecht aus meinem Blickfeld verschwunden. Ich habe mir quasi erspart, das Gefällt-mir zurückzunehmen.

Das sind also vier Grundgebote von Facebook für Relevanz. Interessant dabei ist, dass das Facebook-Newsfeed-Team immer vom Nutzer aus denkt, nicht vom Sender.

Welche Inhalte aber bewegen Fans tief drinnen?

5. Persönliches punktet.

Im letzten Jahr sah ich sehr häufig, dass Facebook-Seiten und auch Blog-Magazine komplett steril hochgezogen wurden: Die Fans wussten nicht, wer hier schreibt. Man entwickelte keine besondere Bindung zur Seite. Es fühlte sich an wie ein Bühnenstück in einem OP-Saal.
Hingegen sehe ich in den letzten Monaten immer mehr Unternehmen, die sich auf starke Unternehmerpersönlichkeit(en) stützen. Dort wird dann über sehr persönliche Einblicke geschrieben. Es geht plötzlich um persönlichen Stil und kleine Spleens. Ich empfehle meinen Kunden übrigens immer einen sympathischen Spleen zu entwickeln. Kauzig macht irgendwie auch sympathisch, findest Du nicht auch?

6. Mehr Vorteile für mich!

Es ist leider unbestreitbar so, dass Menschen sehr schnell die Frage stellen, was denn für sie dabei herausspringt. Was hab ich davon, den Artikel zu teilen? Warum soll ich denn einen Kommentar schreiben? „What’s in it for me?“ ist ja schon fast ein geflügeltes Wort.
Gerade bei Facebook und Blog habe ich die besten Erfahrungen gemacht, wenn ich hin und wieder eine direkte Belohnung anbieten kann. Einen Download, eine Zusammenfassung eines komplexen Themas oder einen kleinen Gutschein etwa.

7. Ausschnitte aus dem Leben.

Mit diesem Punkt schließe ich gerne an Marco an, der ja schon 4 Wahrheiten zum Storytelling aufgedeckt hat. Ich nutze gerne Begebenheiten aus dem wahren Leben und ziehe darin Parallelen zu aktuellen Themen. Häufig meine eigenen Erlebnisse, aber auch oft Erlebnisse von Klientinnen. Aber nur in Ausschnitten. Dabei geht es darum, eigene Schlüsse aus Erlebtem zu können. Ein Beispiel findest du hier.

8. Weiterführende Ideen.

Immer öfter merke ich, das Facebook Fans und auch treue Blog-Leser_innen oft mehr wollen, als einfach nur einen netten Text pro Woche, ein praktisches Video hin und wieder, oder ein witziges Fotoalbum von einer Veranstaltung. Sie wünschen sich weiterführende Ideen, mehr Beratung und mehr Wissen.
Und hier kommt jetzt die Facebook-Werbung ins Spiel: Wer hier clever mit Facebook-Ads (Stichwort „Custom Audiences“) arbeitet, kann Fans als Kunden von weiterführenden Produkten werben. Das Schöne daran ist, dass es weiterhin freiwillig bleibt und der Fan nicht tagelang mit Werbung zugeballert wird. Im Schnitt sieht ein Fan eine gute gemachte Werbung dann zweimal und gut ist es.

9. Vorbildlich teilen.

Dieser Punkt ist speziell für alle gedacht, die jede Social Media Aktivität automatisieren möchten: Wer niemanden liked, wird nicht geliked. Wer nichts teilt, wird nicht geteilt.
Es ist ein ganz einfaches Grundprinzip dass sehr viele Facebook Marketer und auch Blogger_innen immer wieder missachten. Daher möchte ich noch einmal eindringlich sagen: Um Menschen im Herzen zur berühren, und langfristig mit ihnen zu Arbeiten solltest Du auch ein Vorbild sein in Sachen Inhalte teilen, kommentieren und liken.

10. Höre Deinen Fans zu, nicht den Trollen und Neidern.

Selbst nachdem ich meinen Fans gefragt habe, und dort wenig Resonanz gefunden habe bezüglich was für sie denn wichtiger Content sei, ist dieser Tipp nach wie vor einer der Wichtigsten. Es kann nämlich durchaus sein, dass Deine Fans komplett anders sind und einige meiner Tipps schlicht nicht zutreffen bei Dir. Höre Deinen Fans gut zu, stelle ihnen Fragen und höre wieder zu. Es ist der schnellste und effektivste Weg, um einen glücklichen Tribe aufzubauen.
All die Trolle und Neider, die Dir sich auch begegnen werden, solltest du nach Kräften ignorieren. Auch mir gelingt das nicht immer. Aber es geht nicht darum, immer perfekt zu sein. Es geht darum mit den richtigen Menschen in Kontakt zu sein.

Herzlichst,
Sandra

Sandra Staub

Ich bin Sandra Staub. Ex-Journalistin, Marketing-Ausbrecherin, Bloggerin, Autorin ('Facebook für Frauen') und freie Social Media Beraterin mit Frauen-Fokus. Bei mir wird erst strategisch überlegt und dann auch umgesetzt.
2 Comments
  • caesarion@rocketmail.com'
    Caesarion
    Posted at 10:46h, 22 April Antworten

    Dieses Unterstrich-Gendern ist furchtbar. Unterstellt allen Frauen und sonstigen Geschlechtern dass sie Mimosen sind, die durch grammatikalisch korrekte Sprache an ihrem Lebensweg gehindert werden.

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