SEO für Anfänger: Wie optimiere ich für die Suchmaschine und was kann ich da konkret tun?

05 Aug SEO für Anfänger: Wie optimiere ich für die Suchmaschine und was kann ich da konkret tun?

Ein Blick in das Google Analytics-Dashboard zeigt: Unter zehn Prozent unserer Website-Besucher stoßen über die Google-Suche auf den Content Captain. Laut einer (nicht repräsentativen) Umfrage von Selbstständig Im Netz beziehen nur rund 12% aller Blogger weniger als 30% ihres Traffics von Google.

Analytics Screenshot

Daraus folgt für mich:
– Wir lassen enorm viel an Besucherpotenzial liegen.
– Wir sollten uns dringend mit SEO für Anfänger beschäftigen.

Bei einem anderen komplexen Thema, dem Urheberrecht, haben wir einen Fachmann befragt und viel dabei gelernt. Zum Glück sind wir im schönen München mit reichlich Experten zu SEO gesegnet. Eine davon, Eva, hat geduldig unsere Fragen beantwortet.

Autorenbild_evaEva Wagner ist Superhero im Online Marketing Team von OnPage.org, dem Softwareanbieter von innovativen Tools für bessere Webseiten. Nach Ihrem Studium der Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften an der Universität Konstanz arbeitete Sie bereits zwei Jahre im Online Marketing bei der getmobile GmbH.

Im letzten Jahrzehnt hat Social Media seinen Siegeszug durchs Internet angetreten. Würdest du sagen, dass dadurch die Bedeutung von Suchmaschinen abgenommen hat?

Nein, ganz im Gegenteil – grundsätzlich sind das ja auch zwei verschiedene Paar Schuhe. Während Social Media primär darauf abzielt, soziale Kontakte zu pflegen und beispielsweise Urlaubsfotos für die Daheimgebliebenen zu posten, sind Suchmaschinen nach wie vor ein wichtiges Recherchemedium.

Jedoch entwickeln sich beide Medien auch ständig weiter. So wird Social Media zunehmend werblicher, indem man Anzeigen buchen und damit sein Unternehmen promoten kann. Neben der Möglichkeit, dass sich Social Media zu einer zunehmend attraktiveren Werbeplattform entwickeln, steigt außerdem die Wahrscheinlichkeit, dass Facebook dank der neuesten Entwicklungen, wie den Instant Articles, auch immer mehr zu einem großen Contentanbieter wird.

Auch Google erschließt sich durch die Erweiterung der SERPs (Search Engine Result Pages: Seiten bei Google, auf denen die Suchergebnisse aufgelistet werden) immer mehr Geschäftsfelder und wird damit mehr und mehr von einer einfachen Suchmaschine zu einem umfassenden Dienstleister. Flüge buchen, Essen bestellen – dies alles ist mittlerweile allein über Google möglich. Der User kann alle wichtigen Schritte bereits in den Suchergebnislisten durchführen und ist nicht mehr darauf angewiesen, Informationen oder Dienstleistungen einer anderen Website zu nutzen.

Für einen Websitebetreiber ist mittlerweile neben dem suchmaschinenoptimierten Webauftritt auch der einwandfreie Auftritt in den verschiedenen Social Media Plattformen sehr wichtig.

Klar, Social Media und Suchmaschinen sind grundsätzlich wichtig, das sehe ich natürlich genauso wie du. Bei unserer Content Captain Website kommen für einen Besucher, der uns über eine Suchanfrage entdeckt, mehr als 5 Besucher über Social Media. Also ist für uns Social Media der eindeutig wichtigere Kanal – wobei das bei einem Social Media Tool Anbieter wie uns logisch ist. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Verhältnis bei jeder Website unterschiedlich ist. Könntest du vielleicht trotzdem einen Durchschnittswert dafür schätzen? Was meinst du, wo liegt der?

Leider lässt es sich nicht so einfach verallgemeinern und auch ein Durchschnittswert ist schwierig zu ermitteln. Es kommt, wie du bereits gesagt hast, ganz darauf an, welche Art von Online-Plattform man betreibt. Bei Online-Shops ist die Anzahl des Social Media Traffics sicherlich eine ganz andere, als bei Content Plattformen und es gibt auch unzählige Geschäftsmodelle, bei denen es durchaus Sinn macht, vor allem auf Social Media vertreten zu sein. Man denke hierbei an Pinterest oder Instagram Marketing bei DIY-Portalen, die ihren Traffic ausschließlich nur darüber beziehen.

Der Marktanteil von Google ist gigantisch – vor allem in Europa. Wenn wir von Suchmaschinenoptimierung sprechen, meinen wir dann Optimieren für Google? Und inwiefern unterscheiden sich überhaupt die Rankings einer Seite bei verschiedenen Suchmaschinen?

Grundsätzlich ja – wenn wir in Deutschland unsere Website für Suchmaschinen optimieren, dann primär für Google. Google hat nach aktuellen Statistiken 2015 einen Anteil von fast 95% in Deutschland und einen weltweiten Anteil von fast 68%.

Alle wichtigen Suchmaschinen besitzen einen ähnlichen Ranking-Algorithmus, der im Wesentlichen aus zwei Teilen besteht: Der Analyse von OnPage- (Seitenstruktur, Meta-Tags etc.) und Offpage-Faktoren (z.B. Verlinkungen von anderen Seiten). Google war die erste Suchmaschine, die auch die Verlinkung von einer anderen Seite als Rankingfaktor betrachtete. Heutzutage setzen alle Suchmaschinen eine entsprechende Kombination aus mehreren Faktoren ein.

Google zieht inzwischen mehrere hundert Faktoren heran, um die Relevanz einer Website für eine bestimmte Suchanfrage zu bestimmen. Kannst du ganz grob einen Einblick geben, was ich mir darunter vorstellen kann?

Etwa 200 unterschiedliche Faktoren können mittlerweile Einfluss auf das Ranking deiner Website bei Google haben. Jedoch hat der Suchmaschinenanbieter nie die genaue Anzahl oder konkrete Faktoren offiziell bestätigt. Bei vielen Kriterien ist jedoch klar, dass diese das Ranking positiv oder negativ beeinflussen können wie beispielsweise der Site Speed, die Usersignale (z.B. hohe Abbruchrate) oder eben die OnPage-Optimierung, mit der sich unser Tool beschäftigt.

Zudem kommen ständig neue Faktoren hinzu wie zuletzt die Mobilfreundlichkeit einer Website, für Smartphones und Tablets.

Google wird ja immer schlauer und mit jedem Update gibt es weniger Tricks, um seine Seite nach oben zu bringen. Genügt es inzwischen, einfach tolle Inhalte zu produzieren und Google findet das dann automatisch? Inwiefern kannst du als Suchmaschinenoptimiererin noch aktiv unterstützen?

Natürlich versucht Google durch die vielen Updates zu verhindern, dass mit unlauteren Methoden das Ranking der Website beeinflusst wird, aber dies ist ja auch gut so. Für eine ordentliche Suchmaschinenoptimierung gibt es jedoch nach wie vor viele Tipps und Maßnahmen, mit denen Webmaster bei der Optimierung ihrer Seite unterstützt werden können.

Google verfolgt mit seiner Strategie ja stets das Ziel, die Seiten oben in den Suchergebnissen anzuzeigen, die am besten für den Nutzer optimiert sind. Für die Webmaster bedeutet dies, dass sie sich die Frage stellen müssen, ob ihre Seite denn nutzerfreundlich gestaltet ist. Hierzu zählt neben einzigartigen, gehaltvollen Inhalten auch die technische OnPage-Optimierung der Seite. Besitzt die Seite einen aussagekräftigen Title, sind Weiterleitungen korrekt gesetzt? Auch die Anzahl der 404-Seiten sollte stets gering gehalten werden – alles Faktoren, die den Nutzer davon abhalten, direkt wieder von der Seite zurück in die Suchergebnisliste zu springen.

Vor dem Content Captain haben wir mit der Blogbox-App einen Blog-Aggregator als native App für iOS und Android gebaut. Dabei sind wir erstmal der Angst vor Duplicate Content begegnet. Apps indizierte Google (noch) nicht. Deswegen waren damals die Bedenken unbegründet. Gibt es neben Apps noch weitere „Inseln“, die Google nicht erreicht?

Da ist Google mittlerweile schon wieder ein Stückchen weiter: Mit Hilfe der App-Indexierung kann Google inzwischen Apps ebenso in seinen Suchindex aufnehmen wie normale Website und damit Suchergebnisse um Deep-Links zu App-Inhalten erweitern. Bereits im Oktober 2013 hat Google damit angefangen, Apps für das Android-Betriebssystem zu indexieren. Im Mai 2015 hat Google die App-Indexierung nun auch für iOS-Apps ausgeweitet. Dadurch wird das Inventar von Google um viele weitere Inhalte erweitert und es können noch relevantere und kontextbezogene Ergebnisse ausgeliefert werden.

Wenn man nicht möchte, dass Google bestimmte Inhalte indexiert, können diese jederzeit über die robots.txt-Datei und das nofollow-Attribut im robots-Tag ausgeschlossen werden.

Anmerkung von Moritz: Für das App-Indexing müssen nach wie vor gewisse Kriterien erfüllt sein (User muss mit dem Google-Konto eingeloggt sein, etc.). Bei der Blogbox-App sind diese Begingungen nicht gegeben. Google kann nach wie vor nicht in die Blogbox-App gucken.

Zurück zum freien Web. Ist Duplicate Content wirklich ein so großes Problem? Kann ich schon veröffentlichte Inhalte nicht noch einmal veröffentlichen?

Hier komme ich wieder mit dem Argument der Nutzerfreundlichkeit. Wie würdest Du es finden, wenn Du auf der Suche nach einem bestimmten Thema auf unterschiedlichen Seiten immer wieder auf den gleichen Inhalt im selben Wortlaut stößt? Wohlmöglich würdest Du dies nicht als hilfreich empfinden und nach anderen Möglichkeiten suchen, wie Du an die gewünschten Informationen kommst. Die Absicht von Google ist es, genau das möglichst zu verhindern.

Für die eigene Website bedeutet dies, dass Duplicate Content nach Möglichkeit vermieden werden sollte. Falls dies nicht geht, sollte Duplicate Content entsprechend gekennzeichnet sein. So kann man beim Anlegen von Produkten in Online-Shops (die in der Regel sehr ähnliche Seiten haben) durch die einfache Implementierung des Canonical-Tags Duplicate Content vorbeugen.

Als Abschlussfrage noch etwas Praktisches: Auf welche fünf Dinge muss ich beim Veröffentlichen eines Blogposts achten, um von Google möglichst gut gerankt zu werden?

1. Füge Bilder und Rich Media (Videos, Grafiken, Interaktive Elemente) hinzu, die deinen Content zusätzlich bereichern. Videos erhöhen beispielsweise die Verweildauer, was wiederum ein positives Signal der User Experience an Google bedeutet.

2. Achte darauf, dass die Artikelseite hinsichtlich der OnPage-Faktoren gut optimiert ist:
– KEYWORD Fokus
– Title, Description, ALT-Tags und Bilderbezeichnung hinterlegen
– Hebe wichtige Aussagen hervor, benutze Zwischenüberschriften, Bulletpoints usw.
– Setze og-Tags für eine ansprechende Darstellung deiner Seite in den Social Media ein

3. Verlinke innerhalb des Blogposts noch auf andere themenrelevante Inhalte deiner Website, die weiterführende Informationen für den User parat halten.

4. Nutze Tools wie die Termgewichtungs-Analyse von OnPage.org um Inspirationen für mögliche weitere, themenverwandte Keywords zu bekommen und deinen Text abwechslungsreich und dennoch für die Suchmaschine optimiert zu gestalten.

5. Frage Dich ob der Artikel einen Mehrwert für deine Nutzer bietet. Schreibe daher individuelle Inhalte, die informativ und nicht kopiert sind. Wir schreiben ja schließlich für Menschen. Gutes Ranking ist hierbei ein positiver Nebeneffekt 🙂

Vielen, vielen Dank für das lehrreiche Interview!

Moritz Orendt

Meine Segelerfahrungen beschränken sich bisher auf ein paar Versuche auf dem Starnberger See und auf eine Woche Ostsee mit 16. Umso mehr freue ich mich, mit dem Content Captain einen echten Kapitän aus der Taufe gehoben zu haben.
No Comments

Post A Comment

Zeit sparen bei der Content Curation

Von uns bekommst du eine kostenlose Checkliste und einen Newsletter mit regelmäßigen Tipps