Content Produktion: Wie man trotz 70 Stunden-Woche und Content-Plan spontan bleibt

Content Planung

19 Mrz Content Produktion: Wie man trotz 70 Stunden-Woche und Content-Plan spontan bleibt

Ein neuer Beitrag in unserer Kolumnenreihe „Land in Sicht!“ – Heute von der Facebook-Expertin Sandra Staub.

Wer keinen Plan für seine Inhalte auf Blog, Facebook & Co. hat, vergisst und verschiebt die Content Produktion im Büroalltag gerne mal. Das kenne ich von mir nur zu gut: Schreibe ich dann nächste Woche. Jetzt nicht, ich muss hier noch was für einen Kunden fertigstellen. Jetzt ist grad so viel Stress, da geht das nicht. Daher hat das Modell „Bloggen & Social Media für’s Business“ bei mir persönlich auch lange Zeit, nicht so wie bei den Bilderbuch-Bloggern funktioniert. Es fehlte einfach die Regelmäßigkeit. Inzwischen habe ich für mich eine Mischform zwischen festem Content-Plan und lockerem Kuratieren von fremden Inhalten gefunden, die es mir erlaubt, auch bei einer 70 Stunden-Woche, gute Inhalte abzuliefern. Aber alles der Reihe nach.

Eine Kollegin meinte mal so von der Seite zu mir, „Naja Du meinst es nicht ernst mit dem Bloggen. Solange das Geschäft läuft, ist das ja nicht so tragisch. Da musst Du ja nicht.“ Als ehemalige Journalistin war ich im Stolz gekränkt. Wie, ich nehme das nicht ernst? Ich arbeite Tag und Nacht für Kunden in dem Feld und meine es nicht ernst? Einige Wochen danach fing ich an, mir einen Plan für meinen Content zu machen.

Redaktionsplan erstellen.
Einen klassischen Redaktionsplan, so wie ich es „damals beim Magazin“ gelernt hatte:
– Kalender aufschlagen
– Veröffentlichungsdatum festlegen
– Einige Tage zurück zählen für Recherche, schreiben, Bilderauswahl und Korrekturen
– In den Kalender verschiedene Hinweise für Start und Abgabe eintragen und los geht’s
Da ich aber nun kein Ressort mit festgelegten Themen betreute, kam ich schon bei der Auswahl der Inhalte ins Schlingern. Worüber wollte ich denn eigentlich genau schreiben?

Position beziehen & Fokusthemen finden
„Wer über alles schreibt, hat keine Ahnung“, habe ich schon des Öfteren gehört. Daher dachte ich, nein, mein Blog soll kein Wald-und-Wiesen-Blog über mein Leben werden. Eine klare Positionierung musste her. So suchte ich mir Themen, aus dem Online-Marketing, die mit meinem Business zusammen passten und nicht Kreuz und Quer durch das Gemüsebeet meiner Interessen pflügten. Erst einen Monat in die Zukunft, dann drei, dann ein ganzes Jahr. Nach der ersten Plan-Runde hatte ich dann einen Beitrag pro Monat geplant. Ich war richtig stolz auf mich, dass ich jetzt einen Redaktionsplan hatte.

Feste Pläne, schnell verschoben
Aber wie das nun mal so ist, habe ich die Hinweise in meinem Kalender gesehen und nach hinten geordnet. „Ist jetzt grade nicht so wichtig.“ Ich hatte sehr viel „Evergreen-Content“ in meine Content Prdouktion geplant. Das sind Inhalte, die auch in Jahren noch aktuell sind. „Die 7 wichtigsten Funktionen von Skype“, „Facebook Marketing Ideen für Friseure“, „Twitter – ein Kurzüberblick für Einsteiger“. Die Themen sind heute fast noch so aktuell wie vor vier Jahren und könnten mit einigen Aktualisierungen immer noch gelesen werden. Ich hatte nur schlicht keinen Spaß, sie zu schreiben. Daher ist es nie passiert.
Eigentlich hätte ich wissen können, dass ich nicht der Typ für zu starre Content-Pläne bin. Sie machen mich unglücklich und langweilen mich tödlich.

Schreiben nach dem Spaß-Prinzip
Daher habe ich den Content-Plan für mich angepasst. Heute arbeite ich mit Themensammlungen. Diese plane ich auf drei Monate. Damit werde ich nicht von den Sommerferien, Weihnachten oder dem Feiertag der Floristen, dem Valentinstag, überrascht. Ich plane die Themen relativ lose und lasse mich von meinem Blog-Kalender erinnern. Kommt die Erinnerung und ich habe keine Lust auf das Thema oder gerade eine bessere Idee in petto, wird umgesetzt, was Spaß macht.
Es gibt nur eine Regel: Am Montag muss was neues im Blog erscheinen.
Das System habe ich auch auf meinen zweiten Blog übertragen, der meinem Buchprojekt gewidmet ist. Der Wochentag ist aber der Freitag. Wenn man sich die Schlagzahl der guten und sehr erfolgreichen Blogs ansieht, ist das aber immer noch verschwindend gering.

Social Media ist inhaltshungrig
Auch auf den Social Media Präsenzen genügt aber ein Beitrag pro Woche nicht, um damit eine große Fanbasis aufzubauen. Wer etwa eine Facebook-Seite pflegt, der weiß, dass nicht immer alle Fans da sind. Es sollte also mehrmals pro Woche gepostet werden, zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Die Einen sind nur morgens vor der Arbeit online. Andere nur abends ab halb neun, wenn die Kids im Bett sind. Dann gibt es noch Wochen, wo ich so im Stress bin mit anderen Themen, dass sich der Spaß in Grenzen hält, sich jeden Tag etwas Neues zu überlegen.

Kuratieren statt Katzen und kopieren
Wegen dieser Tage, wo einem eben nichts erhebendes, spannendes, witziges, passendes oder wichtiges für sein Themengebiet über den Weg läuft, musste ich mir etwas überlegen. Denn mit steigenden Kundenzahlen wurde auch meine Zeit weniger.
Jetzt gibt es viele Kollegen, die solche Phasen dann einfach mit Katzenbildern oder lustigen Videos aus dem Internet überbrücken. Aber das hat mir zu wenig mit meinem Business zu tun. Daher ging ich dazu über, auf Inhalte anderer zu verweisen. Diese zu kuratieren, heißt es im Jargon. Sprich: Blogbeiträge von anderen Bloggern vorstellen. Newsbeiträge verlinken und so Inhalte zu liefern, ohne selbst immer die ganze Arbeit machen zu müssen.

Ist das rechtens?
Immer wenn ich davon erzähle, dass ich Content kuratiere, werde ich gefragt, ob das rechtens ist. Ich dürfe doch nicht einfach für mein Content Marketing den Inhalt von anderen nehmen. Zur Klarstellung: Wer Inhalte kuratiert, stellt interessante Inhalte zusammen und setzt sie in Kontext zu den eigenen Inhalten. Das heißt nicht, dass ich Inhalte kopiere. Ich verweise auf Artikel, die ich gut fand.
Was dazu alles im Detail erlaubt ist und was nicht, hat übrigens PR-Doktor Kerstin Hoffmann schon vor einiger Zeit sehr gut hier erklärt.

Link Copy / Paste oder Captain
Ich wurde zur Königin von „Ich kopier mir eben mal den spannenden Link und lese das noch“ und „Oh, das könnte meine Fans interessieren“. Ich füllte Evernote, Pocket und Keeeb mit Links bis unters Dach. Nach wenigen Monaten entdeckte ich dabei in meinen Notizen Links wieder, an die ich mich nicht mehr aktiv erinnern konnte. Dann erreichte mich eine Nachricht von Blogbox, dass es jetzt den Content Captain gäbe. Ein Stück Software im Netz, mit dem ich Inhalte direkt aus dem Blogbox-Netzwerk von Bloggern in meine Facebook-Seiten ziehen könnte. Ich solle ihn doch mal testen.
Was soll ich sagen: Seither habe ich nie wieder einen Link in mein Evernote kopiert, um ihn dann später an meine Fans zu teilen. Das erledige ich mit dem Captain. Ich plane die Inhalte teilweise 2 Wochen in die Zukunft. Das ist sehr praktisch, weil ich so in wenigen Stunden die Inhalte für Wochen vorarbeiten kann. Die Fans meiner Seiten schätzen die regelmäßigen Inhalte sehr und die Fan- und Interaktions-Zahlen sind merklich geklettert – ohne großen Mehraufwand.
Für mich machen die kuratierten Blogbeiträge und Nachrichten-Posts die Seite „rund“. Inzwischen werde ich schon gefragt, wie ich das alles neben meinem intensiven Job schaffe. Jetzt kennst Du mein Geheimnis.

Sandra Staub

Ich bin Sandra Staub. Ex-Journalistin, Marketing-Ausbrecherin, Bloggerin, Autorin ('Facebook für Frauen') und freie Social Media Beraterin mit Frauen-Fokus. Bei mir wird erst strategisch überlegt und dann auch umgesetzt.
4 Comments
  • stefanie@ch-a-n-s.de'
    Stefanie Scheele
    Posted at 12:49h, 25 März Antworten

    Danke Dir liebe Sandra,
    es ist schön zu hören, dass Du ähnliche Probleme wie ich hattest und noch schöner, dass Du verrätst wie man sie lösen kann 😉 Coooool!
    Danke
    Steff

    • Sandra Staub
      Posted at 15:34h, 24 April Antworten

      Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar, liebe Steff,
      Es ist in der Tat oft eine Frage der Herangehensweise und auch der kleinen Ticks, damit es dann auch funktioniert.

      🙂
      Liebe Grüße!
      Sandra

  • wolfgangkaeseler@hotmail.com'
    Wolfgang Käseler
    Posted at 23:06h, 04 März Antworten

    Das Spaß-Prinzip finde ich besonders wichtig. Sonst besteht die Gefahr, sich möglicherweise an irgendwas festzubeißen (wozu gerade die Inspiration fehlt o.ä.), dann evtl. nicht recht voran zu kommen und dann ewig bis zur Veröffentlichung zu brauchen. Insofern: Nicht Mut zur Lücke, aber Mut zur Flexibilität! 😀

    „Am Montag muss was neues im Blog erscheinen.“ werde ich mir auch mal hinter die Ohren schreiben. 😉 So ein bisschen Druck schadet kann nicht schaden … 😉

    Danke für die Inspiration. 😉

    LG, Wolfgang

    • Sandra Staub
      Posted at 15:14h, 07 März Antworten

      Lieber Wolfgang,
      danke für Deinen Kommentar. Ich bin schon gespannt, was Du von der Entwicklung deines Blogs in einer Woche berichten wirst und auch in einem Monat!

      Liebe Grüße,
      Sandra

Post A Comment

Zeit sparen bei der Content Curation

Von uns bekommst du eine kostenlose Checkliste und einen Newsletter mit regelmäßigen Tipps